Chancen im Transportsektor: Die Schiene nicht vergessen

Über fahrerlose Autos und Lastkraftwagen hört und liest man in letzter Zeit viel, doch die Entwicklung von Technologien zur Automatisierung des Güterverkehrs auf der Schiene schreitet noch schneller voran. Neue Automatisierungstechnologien geben Wachstumsimpulse, verbessern die Effizienz und schaffen interessante Anlagemöglichkeiten im Eisenbahnsektor, erläutert Investmentexperte Andrew Davis von T. Rowe Price, der sich intensiv mit dem Transportsektor in Nordamerika beschäftigt. Die Eisenbahngesellschaften treiben die Entwicklung hin zu führerlosen Zügen voran, arbeiten an automatisierten Ladeverfahren und entwickeln die Signaltechnik weiter, um die Taktung der Züge auf bestehenden Strecken bei gleicher Sicherheit zu erhöhen.

Opportunities in Transport

„Im Eisenbahnsektor sind die Grenzen des physischen Wachstums so gut wie erreicht, da zum Bau neuer Strecken, wo diese am dringendsten gebraucht werden, nicht genügend Platz vorhanden ist“, sagt Davis. „Durch Automatisierungstechnologien kann die Schiene jedoch einen Vorteil gegenüber anderen Transportmitteln erlangen.“ Entscheidender Punkt ist die Auswahl geeigneter Unternehmen mit hohem langfristigen Potenzial. Die Firmen, die in dem dynamischen Sektor am besten aufgestellt sind, können für Kunden von T. Rowe Price zu lohnenden Investments werden. Bei der Suche nach den vielversprechendsten Gelegenheiten betreibt Davis neben der Analyse von Daten vor allem auch Research vor Ort.

Ich gehe mehrmals im Monat „ins Feld“, besuche Unternehmen an ihren Standorten, führe Gespräche mit Wettbewerbern und versuche Details der jeweiligen Arbeitskultur wahrzunehmen, die einem entgehen würden, wenn man nur am Schreibtisch säße.

Andrew Davis / Investmentexperte

Erst der Blick über die Zahlen hinaus vermittelt ein vollständiges Bild

Bei T. Rowe Price legen wir großen Wert darauf, bei der Suche nach den Unternehmen mit den besten Zukunftschancen nicht nur die reinen Zahlen zu analysieren. Bei persönlichen Begegnungen mit Vorständen und Mitarbeitern können wir die richtigen Fragen stellen und mehr darüber erfahren, wo ein Unternehmen heute steht und wie seine künftige Entwicklung aussehen könnte. Diese rigorose Researchstrategie ist fester Bestandteil des Investmentprozesses von Andrew Davis.

Research vor Ort ermöglicht tiefere Einblicke

Manchmal entdeckt Davis auf seinen Reisen Anzeichen von Problemen, die heraufziehen, und kann auf diese Weise ein deutlicheres Bild von einem Unternehmen gewinnen. Vor einigen Jahren besuchte er eine familiengeführte Spedition im Mittleren Westen der USA, die eine Schienenverkehrs- und eine Lkw-Sparte besaß. Mehrere Kennzahlen hatten zuletzt nach unten gedeutet. Die Aktie des Unternehmens wurde in vielen Portfolios von T. Rowe Price gehalten. Davis berichtet, wie ihn das Management zu beeindrucken versuchte. „Die neue Firmenzentrale war sehr luxuriös ausgestattet, unter anderem stand dort ein Tisch von 15 Metern Länge, dessen Marmorplatte wohl an die zehn Zentimeter stark war. Sie zeigten mir auch großartige Kunstwerke“, erinnert er sich. 

Dadurch begriff ich, dass dies jetzt ein Unternehmen war, das nicht im Interesse der Aktionäre geführt wurde. Solche Erkenntnisse kann nur gewinnen, wer sich auf Reisen begibt.

Andrew Davis / Investmentexperte

Natürlich stützte sich Davis bei der Entscheidung, Portfoliomanagern eine Trennung von dem Titel zu empfehlen, nicht allein auf diesen Besuch. Es war vielmehr die Kombination von Kennzahlen, die einen negativen Trend offenbarten, von Einblicken in die Motivation des Managements und der vor Ort gewonnenen Einsicht in die sich wandelnde Unternehmenskultur, die ihn zu seiner Entscheidung bewegte. Der große Irrglaube in Bezug auf den Eisenbahnsektor besteht laut Davis in der Annahme, diese Unternehmen wären, nur weil sie schon so lange existieren, besonders effizient geführt. Er entdeckt jeden Tag Ineffizienzen, und wo diese sind, sind auch Chancen für Anleger.

Andrew Davis

Investmentexperte

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